100 Tage – ein Resümee

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Es sind die berühmten hundert Tage, die allen Beteiligten der Neube­setzung eines Amtes den ersten Eindruck verschaffen. Für mich waren es durchaus aktions- und lehrreiche Tage. Zunächst konnte ich sowohl auf Landesebene als auch im Präsidium Menschen kennen lernen, die unserem Sport – und dessen Organisation - einen Großteil ihrer Freizeit opfern und damit die Basis für das vielseitige Angebot an Wettbewerben erst ermöglichen. Die Professionalität, die ich hier an vielen Stellen erleben durfte hat mich beeindruckt und zu ebensolchen Leistungen motiviert.

Ich konnte aber auch erleben, wie meine erste Einschätzung, dass wir mit dem Thema Kommunikation eine große Baustelle haben, sich be­wahrheitete. In diesem Zusammenhang habe ich mich sehr darüber ge­freut, dass einige erfahrene Sportler, die sich in der Vergangenheit frustriert zurückgezogen hatten, mir eine Chance gaben und sich wieder aktiv beteiligten. Dafür schon Mal meinen aufrichtigen Dank.

Während die Arbeit im BLV mittlerweile schon recht gut läuft, haben wir mit dem Thema „neue Sat­zung“ natürlich einen weiteren dicken Brocken zu bewegen. Hier wird der Erfolg maßgeblich von der Geduld und dem Vertrauen gegenüber der Satzungskommission abhängen. Wir haben mittlerweile ein Paket von Änderungen geschnürt, dass unsere Satzung an vielen Stellen deutlich verbessern wird. Damit werden wir aber sicherlich nicht allen Wünschen gerecht werden! Ich bin mir sicher, dass wir darüber hinaus noch weitere Nachbesserungen brauchen. Wenn wir jetzt aber versuchen die „eierle­gende Wollmilchsau“ zu kreieren, wird es noch länger dauern, als es schon dauert. Deshalb favori­siere ich eher ein schrittweises Vorgehen. Die bisher erarbeiteten Veränderungen auf den Weg brin­gen und daraus die nächsten Schritte/Veränderungen gemeinsam planen.

Gemeinsamkeit ist für mich auch weiterhin der Schlüssel für die weitere Entwicklung. Nur wenn wir alle relevanten Entscheidungen auf breiter Ebene anlegen, können wir den notwendigen Konsens er­reichen. Vielleicht können wir so auch die Zeitgenossen einbinden, die sich in der Vergangenheit eher mit der Kritik an der Leistung Anderer profilieren konnten.

In vielen persönlichen Gesprächen mit Sportlern wurden mir gegenüber oft pauschale Kritiken in Form von „… die ganze WKO gehört überarbeitet!“, oder „… wir brauchen Regeln, die dem Sportler nutzen!“ geäußert. Sorry, damit kommen wir nicht weiter!

Wir werden niemals ein Regelwerk erstellen können, dass allen Wünschen der Sportler gerecht wird. Wir können aber durchaus individuelle Kompromisse finden, und so ein Regelwerk schaffen, mit dem alle Sportler leben können. Worin sie sich wiederfinden und mit dem sie sich identifizieren können! Dazu müssen wir aber über die Details reden – da nutzen pauschale Kritiken wenig!

Alles in Allem haben wir noch viel zu tun, aber wenn mich weiterhin so viele unterstützen und wenn wir alle ins Gelingen verliebt bleiben, statt ins Scheitern, werden wir all die anstehenden Aufgaben meistern.

Karl Jungblut